Der für ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 I StGB) erforderliche Vorsatz muß sich auf alle Merkmale des äußeren / objetiven Tatbestandes erstrecken. Somit muß der Täter positiv erkannt oder mit der Möglichkeit gerechnet haben, daß er einen Gegenstand angefahren, überfahren, jemanden verletzt oder getötet hat bzw. daß ein nicht völlig bedeutungsloser fremder Sachschaden entstanden ist.

Soweit der Angeklagte die Entstehung eines nicht unerheblichen Schadens hätte erkennen können und müssen, reicht nicht aus. Damit ist kein (bedingter) Vorsatz, sondern nur Fahrlässigkeit erwiesen.

Anmerkung:

Ein belangloser Personenschaden dürfte vorliegen, soweit nur geringfügige Hautabschürfungen oder alsbald vergehende Schmerzen vorliegen oder Körperteile nur verschmutzt werden.

Ein unbedeutender Sachschaden liegt vor, wenn wegen der Geringfügigkeit des Schadens mit der Geltendmachung von Ersatzansprüchen vernünftigerweise nicht zu rechnen ist und die Beseitigung des Schadens aus Sicherheitsgründen nicht unbedingt erforderlich ist. Nach der Rechtsprechung z.B. auch des OLG Hamm ist dies bei harmlosen Kratzern oder leichten Einbeulungen an einem schon beschädigten Kfz der Fall. Die Wertgrenze wird bei etwa 150,00 € anzusetzen sein, wenngleich nach wie vor in der Rechtsprechung zum Teil an Bagatellschäden (ca. 35,00 €) festgehalten wird {vgl. Schönke/Schröder, StGB, § 142, Rn. 8 ff.}