Zwar kann im dichten Auffahren auf der Autobahn auf ein voranfahrendes Fahrzeug unter Betätigung der Lichthupe sowie in dem “Blockieren” der Überholspur durch die Einhaltung eines gleichbleibenden Tempos mit dem Überholten, um diesen zur Aufgabe eines eigenen Überholvorhabens oder zur Reduzierung seiner Geschwindigkeit durch vorausfahrende Fahrzeuge zu zwingen, eine verwerfliche Zwangsausübung im Sinne einer Nötigung liegen. Maßgebend sind hierbei jedoch immer Streckenlänge, Intensität und Dauer solchen Verhaltens. Kurzes Bedrängen des Aufschließenden in offensichtlicher Überholabsicht oder andere kurzfristige Behinderungen, selbst wenn diese verkehrswidrig und aus “demonstrativen” Gründen erfolgen, stellen jedoch noch keine Nötigung im Sinne des Gesetzes dar (vgl. Tröndle/Fischer, StGB, 52. Aufl., Randziffer 15 zu § 240; Düsseldorf, NZV 2000, 301).

Kurzzeitiges dichtes Auffahren – auch unter Betätigung der Lichthupe – erfüllt den Nötigungstatbestand regelmäßig noch nicht, ebenso wenig wie kurzes Bedrängen des Aufschließenden in offensichtlicher Überholabsicht bei Zurücklegung einer Strecke von nur wenigen 100 Metern. Erforderlich ist vielmehr – insbesondere für die Verwirklichung des Merkmals der Verwerflichkeit -, dass sich das Handeln massiv und ohne vernünftigen Grund darstellt, etwa bei Schikane, Mutwillen, Erziehungsabsicht oder beharrlicher Reglementierung aus Ärger und eigensüchtigen Motiven.