Eine schwere Körperverletzung i.S.d. § 226 I Nr. 3 StGB setzt eine Verunstaltung des Gesamterscheinungsbildes des Verletzten voraus, die in ihrer Bedeutung etwa der Benachteiligung entspricht, die mit den anderen in § 226 StGB genannten Folgen (z.B. Verlust des Augenlichtes, Gehörs, der Sprache, der Zeugungsfähigkeit oder eines wichtigen Körpergliedes) verbunden sind.

Grds. können auch verunstaltende Narben im Gesicht eines Opfers dieses erheblich entstellen. Aber auch dabeei muß – etwa durch eine deutliche Verzerrung der Proportionen des Gesichtes- im Einzelfall ein Grad an Verunstaltung erreicht werden, der in Relation zu den anderen (o.a.) Folgen des § 226 StGB steht. Ist eine Narbe nur deshalb erheblich, weil man sie deutlich sieht (hier: 12 cm lange, 4 mm breite, blassrötliche, leiht wulstförmige Narbe im linken Halsbereich vom Ohrläppchen nach vorne zum Unterkiefer), reicht das nicht aus.